Bitterstoffe.

Ganz. Schön. Bitter.

Bitterstoffe

Schmeckt uns etwas nicht, verziehen wir spontan das Gesicht. Bei Babys und Kleinkindern ist dieser Reflex noch stark ausgeprägt. Dass nicht alles schlecht sein muss, was auf den ersten Bissen gewöhnungsbedürftig erscheint, beweisen Bitterstoffe. Genau genommen, haben diese besonderen Wirkstoffe in einigen Pflanzen für die Gesundheit sogar enorme Vorteile.

Bittersensoren befinden sich fast auf der gesamten Zungenoberfläche. Einst bildeten sie ein wichtiges Alarmsystem, das uns vor Vergiftungen durch Pflanzen schützen sollte. Zum Einsatz kommt es nur noch selten. Dabei können die rund 25 Bitter-Rezeptortypen theoretisch tausende Bittersubstanzen erkennen. Die meisten Menschen bevorzugen süße und herzhafte Speisen, die viel Energie liefern. Da dem Körper beim Essen durch die entsprechenden Rezeptoren signalisiert wird, davon möglichst große Mengen aufzunehmen, können die Dinge außer Kontrolle geraten. Die langfristige Folge: zu viel Gewicht.

Lebensmittel wie Radicchio, Radieschen und Rosenkohl haben viele Bitterstoffe. Kommen sie in Kontakt mit den Geschmacksnerven, sondern die Verdauungsorgane Enzyme und Verdauungssäfte ab. Dadurch werden Nährstoffe besser verwertet, die Entgiftungsfunktion der Leber gefördert und Schadstoffe abgebaut. Die Intensität des bitteren Geschmacks begrenzt außerdem Hunger und Esslust. Die Natur hat das klug eingerichtet: Denn Bitterstoffe sind Gifte, mit denen sich Pflanzen vor Fressfeinden schützen. Darauf reagiert der Körper mit eigenen Abwehrmechanismen, die man nutzen kann, um den Appetit zu zügeln.

Radicchio

Seine weinrote bis violette Farbe ergibt einen dekorativen Mix mit anderen Salaten und Gemüsen. Der enthaltene Bitterstoff regt den Stoffwechsel an. Das macht ihn im Winter besonders wertvoll für die Gesundheit.

Endivie

Der pikante Wintersalat hat einen gesunden Milchsaft, der überwiegend in den dunkelgrünen Außenblättern steckt. Für die Zubereitung gilt: Je heller das Blatt, desto milder der Geschmack. Endivien können roh oder gedünstet gegessen werden.

Pfefferminze

Tee aus frischer Pfefferminze kann bei Erkältungskrankheiten, Magenschmerzen und Schlaflosigkeit helfen. Er enthält neben Bitterstoffen ätherische Öle, Gerbstoffe und Enzyme. Für den Dauerkonsum ist die Heilpflanze aber nicht geeignet.

Eine der ältesten Getreidepflanzen

Hirse

Hirse gehört zu den ältesten Kulturpflanzen in Europa. Neben den Bitterstoffen besitzt sie von allen Getreidearten den höchsten Mineraliengehalt. In 100 Gramm Hirse sind sieben Gramm Eisen enthalten. Das entspricht in etwa dem Anteil in 100 Gramm Kalbsleber (7,9 Gramm).

Bitterstoffe stecken vor allem in den weißen Bereichen der Schale. Damit ihr Verzehr nicht schadet, sollten Zitrusfrüchte wie Orange, Mandarine und Zitrone aus biologischem Anbau stammen.

Die Bitterstoffe des Chicorées unterstützen Leber und Galle, sorgen für gesunde Darmflora, stimulieren Magensäfte, aktivieren Milz und Bauchspeicheldrüse, senken Cholesterin und hohen Blutdruck. Die besten Bitterstoffe sitzen im Mittelkeil am Wurzelende. Sie sollte man also nicht wegschneiden.

... enthält neben den wertvollen Bitterstoffen außerdem viel Vitamin B und C, Kalium und eine Menge Ballaststoffe. Spezielle Nährstoffkombinationen in den Blättchen sollen die Konzentrationsfähigkeit fördern und die Nerven beruhigen.

Das regional erhältliche Gemüse deckt als große Portion in vegetarischen Hauptgerichten den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C. Aufgrund seines geringen Kaloriengehalts kann man sich an Wirsing mit gutem Gewissen satt essen.

scharf-pfeffrig

Rucola

Der Rucola ist bekannt und beliebt für seinen extravaganten scharf-pfeffrigen Geschmack. Dieser Salat enthält wertvolle Mineralstoffe und ist besonders reich an Vitamin C. Die Bitterstoffe und scharfen Senföle wirken bakterientötend und stärken die Abwehrkräfte.

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