Feinstaub
im Wasser.

Mikroplastik.

Wer seinen Durst aus PET-Flaschen löscht, trinkt zu 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit Mikroplastik mit. Wie gefährlich ist das für unsere Gesundheit?

Im Zuge der Diskussion um Verpackungsmüll aus Kunststoff rückt auch die Mikroplastik-Problematik immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Eine neue Studie belegt, dass auch große Teile des Trinkwassers aus PET-Flaschen mit Mikroplastik verunreinigt sein könnten.

In der Studie testeten Forscher der State University of New York 259 Flaschen Wasser von verschiedenen Marken aus neun verschiedenen Ländern. In 90 Prozent der Proben gelang ihnen der Nachweis von Mikroplastik.

Hormone im Plastik beeinflussen unser Hormonsystem massiv.

Kein Wunder: Wir können den bis zu 5 mm großen Plastikpartikeln kaum entgehen. Sie finden sich in unserem Trink- und Abwasser, im Boden und als Feinstaub in der Luft. Forscher haben die winzigen Plastikstücke nun erstmals sogar in menschlichem Stuhl nachgewiesen – und das bei Probanden weltweit. Welchen Einfluss der Mikroplastik-Feinstaub aber tatsächlich auf den menschlichen Körper hat, ist bis dato noch unklar.

Allerdings ist schon heute einwandfrei nachgewiesen: Weichmacher in Plastikflaschen und vielen anderen Dingen können unser Hormonsystem massiv beeinflussen.

Grafik der Top 10 Ursachen für Mikroplastik pro Kopf

Gut verpackt!?
Hormone im Plastik.

Sie sind eigentlich überall. In Kosmetik, Spielzeug, PET-Flaschen, Konservendosen oder Verpackungen verstecken sich sogenannte Weichmacher. Die Chemikalien machen Plastik geschmeidiger und biegsamer, haben aber leider unerwünschte Nebenwirkungen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) listet gleich 800 Substanzen in Plastikprodukten auf, die unseren Hormonaushalt empfindlich stören können. Der Weichmacher Bisphenol A wirkt im Körper wie Östrogen. Das kann katastrophale Folgen haben, wie zahlreiche weltweite Studien ergeben. So zeigen Forscher aus Österreich, Spanien und den USA, dass immer mehr Fischmännchen in Flüssen und Hochgebirgsseen verweiblichen. In weiteren Tests bildeten auch Frösche unter bestimmten Industriechemikalien Eizellen in ihren Hoden.

Aber auch der menschliche Organismus wird nachweislich beeinflusst: Forscher in den USA haben herausgefunden, dass Schwangere mit einem hohen Grad von Weichmachern im Blut ein größeres Fehlgeburtsrisiko haben. Auch können bei männlichen Babys Fehlbildungen der Geschlechtsorgane hervorgerufen werden. Internationale Studien bestätigen zudem den negativen Einfluss von Weichmachern auf die Spermienqualität.

Das heute bevorzugt in Plastik eingesetzte Fluoren-9-Bisphenol verursacht vermutlich ebenfalls eine Reaktion in unserem Hormonhaushalt.

Bisphenol A und andere Weichmacher sind also zu Recht in Verruf geraten und werden z. B. in Europa für Mineralwasserflaschen nicht mehr verwendet. Aber ist die gesundheitliche Gefahr damit aus unserem Alltag verbannt? Das heute bevorzugt in Plastik eingesetzte Fluoren-9-Bisphenol (kurz BHPF) verursacht vermutlich ebenfalls eine Reaktion in unserem Hormonhaushalt: Tests bei Mäusen zeigen, dass der Stoff die Östrogenproduktion eher drosselt. Ob das auch für Menschen gilt, muss nun weiter untersucht werden.

Aber können wir uns überhaupt gegen die tägliche Gefährdung durch Weichmacher schützen? Unser Rat: Plastik vermeiden, wo es nur geht. Trinken Sie in Zukunft lieber aus Glas- statt aus PET-Flaschen, kaufen Sie Lebensmittel unverpackt und setzen Sie zu Hause nicht auf Einrichtungsgegenstände aus Plastik, sondern auf Holzböden und -möbel: Verringern Sie schlicht und einfach Ihr individuelles Risiko.

Weiterleitung.

Unverpackt einkaufen:

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